Ökonomische Instrumente
In Verbindung mit den flächenbezogenen Zielen der Nachhaltigkeitsstrategie, vor allem dem quantitativen 30-ha-Ziel, wird seit geraumer Zeit über ökonomische Anreizinstrumente zur Steuerung der Flächeninanspruchnahme geforscht und diskutiert. Die Einführung ökonomischer Instrumente der Flächensteuerung setzt einen Paradigmenwechsel in Politik und Verwaltung voraus, in welchem das ökonomische Kalkül bei Flächennutzungsentscheidungen stärker als bisher zum Tragen kommt. Flächennutzungspolitische Entscheidungen – die neben sozialen Gesichtspunkten, stadtentwicklungspolitischen Erwägungen und Umweltfaktoren – auch das ökonomische Kalkül einbeziehen, setzen allerdings einen hohen Grad an Transparenz über die kurz-, mittel- und langfristigen Kosten und Nutzen von Flächennutzungsentscheidungen voraus. An dieser Stelle können Kosten-Nutzen-Betrachtungen (bzw. Folgekostenabschätzungen) ansetzen. Von derartigen Betrachtungen geht keine direkte Steuerungswirkung aus, vielmehr sind sie ein Werkzeug zur Vorbereitung fundierter Entscheidungen in Kommunalpolitik und –verwaltung. Möglicherweise können sie darüber hinaus den Weg für ökonomische Steuerungsansätze bei der Neuausweisung von Bauland oder der Wiedernutzung von Flächenpotenzialen im Bestand bereiten.
In dem Querschnittsthema werden u.a. Akzeptanzfragen, das Zusammenwirken unterschiedlicher ökonomischer Instrumente und die Ausgestaltung von ökonomischen Instrumenten diskutiert. Sowohl die akteursbezogene Perspektive (Wer steuert? Wer oder was wird gesteuert?) als auch Fragen der Ausgestaltung und Anwendung von Instrumenten stehen dabei im Fokus der REFINA-Beteiligten. Eine Reihe von REFINA-Forschungsvorhaben befasst sich mit Kosten-Nutzen-Betrachtungen als primärem Untersuchungsgegenstand bzw. integriert dieses Werkzeug anderweitig in den jeweiligen Forschungsansatz. Dabei unterscheiden sich die einzelnen REFINA-Forschungsansätze u.a. in folgenden Merkmalen:
- akteursbezogener Betrachtungsgegenstand (Kommune, Privathaushalte),
- räumliche Ebene (Stadt/Stadtquartier, Region),
- Kostenbezug (berücksichtigte Kostenarten, Zeithorizont),
- Nutzenbezug (ökonomischer Nutzen, qualitativer Nutzen in Bezug auf Standortqualität, Zeithorizont),
- Produkt (Entscheidungshilfe für Kommune oder Privathaushalte, Beratungsangebot).
Bearbeitet werden aber auch die Folgen des neuen kommunalen Finanzmanagement für eine nachhaltige Flächenpolitik sowie innovative Finanzierungskonzepte.
Ansprechpartner:
Thomas Preuß, Deutsches Institut für Urbanistik, Tel. 030/39001-265, E-Mail: preuss@difu.de
Holger Floeting, Deutsches Institut für Urbanistik, Tel.: 030/39001-221, E-Mail: floeting@difu.de
Bericht zum REFINA-Querschnittsthemen-Workshop „Kosten-Nutzen-Betrachtungen im Flächenmanagement: Anwendbarkeit vor dem Hintergrund von Aspekten der Datenermittlung und Komplexität – Konzeptionen und Lösungsansätze in den REFINA-Projekten“ am 7. November 2007 in Dortmund in den Räumen des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen des Landes Nordrhein-Westfalen
Bericht zum REFINA-Querschnittsthemen-Workshop „Werkzeuge für die Ermittlung von kommunalen Folgekosten der Flächeninanspruchnahme“ am 19. September 2008 beim Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und Bauwesen (ILS) in Dortmund

